Prolog – Vorgeschichte

Anmerkung: Diese Geschichte ist teilweise echt harte Kost, aber sie ist wahr. Meine Eltern, meine Familie und mein Pastor waren Zeugen. Ich konnte diesen Bericht erst nach 4 Jahren der Wiederherstellung niederschreiben. Ich habe vieles raus gelassen, aber die krassesten Dinge dennoch niedergeschrieben. Meine Geschichte soll aber auch eine Warnung an all diejenigen sein, die mit dem Feuer spielen. Dennoch ist die Story zur Ermutigung. Be blessed!

Am 24. September 1978 wurde ich als 2.Kind meiner Eltern in Regensburg geboren. Mein Vater hatte das Baugeschäft seines Vaters übernommen und hatte damit sehr viel zu tun. Sogar Sonntags arbeitete er oft im Büro, so dass von seiner Seite für uns Kinder nicht viel Zeit übrig blieb. Ich wurde zwar christlich erzogen, hatte aber keine persönliche Beziehung zu Gott. Wir gingen jeden Sonntag brav in die Kirche, was immer sehr ernst und langweilig war.

Als meine Eltern aber 1989 eine persönliche Entscheidung für Jesus Christus trafen und so eine ganz andere, viel engere Beziehung zu Ihm entstand, begann sich unser Leben als Familie zu verbessern. Ich selbst hatte erst einige Zeit später mit 11 Jahren in freier Entscheidung mein Leben Gott gegeben. Zuvor wurde mir bewusst, dass ich Schuld in meinem Leben hatte und ich so von Gott getrennt – ohne Jesus – verloren war. Nach meiner Entscheidung spürte ich, wie eine Last von meinem Herzen verschwand. Ich durfte erleben, was es heißt, Vergebung für meine Sünden zu empfangen. Und ich war begeistert für Jesus. Wir waren dann später auf Kinderfreizeiten und erlebten dort Gott auf gewaltige Art und Weise. Meine Noten in der Schule wurden besser und überhaupt mein ganzes Leben wurde erfüllter und aufregender, denn Gott schenkte mir totale Freude am Leben.

Die unglaubliche Heilung eines kranken Teenagers

Schulzeit und Leidenschaften..

Nach Ende der Realschulzeit begann mein totales Abdriften von Gott. Während der Zeit als Schüler, als Teenie, hatte ich so gut wie überhaupt keine Ahnung, wer ich wirklich war. Ich lebte mein Leben hauptsächlich für zwei Sachen:

Das war zum einen die Spielsucht am Computer (manchmal bis zu 7 Stunden täglich), und zum anderen meine Musik. Ich hörte Bands wie Metallica, Pantera, Nirvana und auch Sepultura. Ich wollte auch „cool sein“ und so dauerte es schließlich auch nicht lange, bis ich mit dem Rauchen begann. Aber auch mal richtig „Saufen“ wie z. B. auf der damaligen Abschlussparty war voll in. Irgendwie kam mir mein ganzes damaliges Leben total überflüssig und sinnlos vor. Ich spielte okkulte Rollenspiele am Computer, rebellierte mit aller Kraft gegen meine Eltern oder Lehrer und missachtete sie permanent. Als Schüler an der Realschule war ich eher durchschnittlich und deshalb sehr unzufrieden und maßlos enttäuscht. In der 9. Klasse (Technischer Zweig) hatte ich meine erste 5 im Zeugnis in Mathe. Ich war fast wegen Mathe durchgefallen. Das hatte bei mir einen ziemlichen „Knacks“ verursacht. Ich war wirklich verzweifelt und weinte auch darüber. Es war so ein Gefühl der Wertlosigkeit und Verzweiflung das mich quälte. Zum ersten Mal in meinem Leben befand ich mich in einem wirklichem Tief. Das Ganze führte dazu, dass ich allmählich in ein Loch aus Komplexen und Minderwertigkeit stürzte.

Anstelle eines fleißigen, aufmerksamen Schülers avancierte ich zum Klassenkasperl, der die ganze Klasse zum Lachen brachte. So etwas wie Aufpassen und ruhiges konzentriertes Zuhören wollte ich einfach nicht. Dafür blödelte ich lieber. Der Lohn dafür war permanentes und zeitaufwendiges Pauken zu Hause.

Und so blieb mir in meiner Freizeit außer für Computer und Musik nicht mehr viel Zeit für andere Sachen.

Musik, Computer und Fernsehen – das war mein Leben.

Ausbildung??? Was soll´s…

Beim Thema Berufswahl machte ich mir damals noch keine großen Gedanken oder Sorgen (Was will man schon, wenn nur 2 Dinge im Leben zählen?).

Außerdem wusste ich weder wozu ich wirklich begabt war, noch, wer ich eigentlich war. Mit anderen Worten – der Begriff Identität galt für mich als Fremdwort.

Nach der Schulzeit begann ich deshalb, ohne lange zu überlegen, mit einer Lehre im elterlichen Betrieb als Maurer. Mit meinen Komplexen wurde es jedoch nur schlimmer und schlimmer. Meine Haut brachte das besonders stark zum Ausdruck. Hässliche Akne und große Hautunreinheit waren die Folge. Ich wurde als Lehrling von meinen Arbeitskollegen hart angefasst und mit harten Worten beleidigt. In der Berufsschule hatte ich meist die besseren Noten und wurde deshalb von meinen Klassenkameraden beneidet und gehasst. Ich hatte viele Neider und es kam dadurch oft zu größeren Auseinandersetzungen.

Inzwischen war ich in einen Sumpf aus chronischer Depression und Minderwertigkeit versunken. Ich isolierte mich total von der Außenwelt. Meine Kontakte zu Freunden brachen irgendwie auseinander. Ich hatte nur noch mich und meine Musik. Und die wurde immer härter, aggressiver und gottloser.

Fasziniert über die Texte von Pantera und Sepultura, meiner damaligen Lieblingsbands, entbrannte in mir großer Hass auf meine Eltern und besonders auf meinen Vater. Ich wusste, dass ich total von meinem Vater vernachlässigt worden war, weil er wegen seiner Arbeit kaum Zeit mit mir verbrachte. Phil Anselmo, Leadsänger von Pantera, sang in einem Lied über die Beziehung zu seinem Vater, den er als Bastard beschimpfte. Den Texten konnte ich entnehmen, dass Phil Anselmo schwer von seinem Vater enttäuscht worden war.  Das war ja genau meine Situation!

Die Vaterwunde…

Ich gab meinen Eltern und besonders meinem Vater die Schuld dafür, dass ich zu einer so armseligen Persönlichkeit verkrüppelt war. Vorwürfe wie grobe Vernachlässigung und mangelnder Dialog wurden laut. Ich wurde einfach nicht mit dem Erziehungsstil meines Vaters fertig. Mir kam das Ganze immer so vor wie nach dem „Friss oder Stirb-Prinzip“. Richtig verständnisvolle Gespräche mit dem Versuch, mich in Liebe zur Einsicht zu bewegen, gab es meiner Meinung nach auch nicht. Die meisten Gespräche mit meinen Eltern endeten im Streit. Ich hätte mir so sehr gewünscht das mir jemand mal erklärt wie das Leben oder irgendetwas funktioniert. Stellenweise flogen auch ganz schön die Sachen. Es kam vor, dass meine Mutter die Fassung über mein Benehmen verlor und vor Verzweiflung weinte. Ich fühlte nur noch Hass, Wut und Enttäuschung.

Aber auch die Texte über eine gescheiterte Liebesbeziehung, die Sinnlosigkeit des Lebens, das Chaos und die Kriege in der Welt (Chaos A. D.) gepaart mit der gnadenlosen Härte und Intensität der Musik trafen mich mitten ins Herz. Außerdem war ich zur damaligen Zeitpunkt zum ersten Mal in meinem Leben verliebt. Dieses verliebt sein wurde zu einer echten Qual. Ich musste Tag und Nacht nur an das Mädchen denken, konnte kaum schlafen und war nervlich kurz vor dem Ende. Aufgrund meiner chronischen Depression, der Akne und der Selbstmordgedanken, die ich mir bereits ernsthaft gemacht hatte, gab ich mir von Anfang an keine Chance, an die Frau ranzukommen. Meine Gedanken waren nur voll von negativen, selbstzerstörerischen Denkweisen. Und so gab ich auf, bevor ich ihr meine Liebe gestand. Dieser Zustand brachte mich fast um….Das einzige, was mich damals noch in die Gemeinde, in einen Gottesdienst, zog, war die Sehnsucht meine große Liebe sehen zu können. Im Gottesdienst dagegen war ich eher geistig abwesend und frustriert über Gott und die Welt. Beim Singen der Lieder hatte ich sehr große Zweifel und eine Wut auf Gott. Die meiste Zeit hinterfragte ich die Liedtexte. Ich hab´ mich gefragt: „Hey, was singst du überhaupt? – Ich hab´ das gar nicht erlebt. – Ich glaube das nicht. – Es kotzt mich an. – Schluss damit!“  Wieder zu Hause angekommen, versuchte ich gleich meinen Frust mit der entsprechenden Musik auszulassen. Es war irgendwie ein Teufelskreis. Die meiste Zeit zog ich mich damals allein zurück um zu rauchen in Selbstmordgedanken zu versinken. Und die waren gerade als ich so verliebt war am stärksten. So nach dem Motto: „And if you don´t love me, I kill myself …“

Todeskampf…

Mein Leben schien so sinnlos so unendlich leer und ohne Hoffnung zu sein. An einem Abend saß ich völlig verzweifelt im Bad und hatte ein Messer in der Hand… ich überlegte mir ernsthaft die Pulsadern aufzuschneiden… Es war ein Todeskampf…ich zögerte… plötzlich wurde ich an etwaige Konsequenzen erinnert: Was ist wenn ich mein Leben selber auslösche? Und wie denkt wohl Gott, mein Schöpfer darüber? Komm ich dann in die Hölle? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es so was wie ein Gericht, ein Beurteilen wie man sein Leben gelebt oder beendet hat…auf einmal kam die Ernüchterung: Wenn Gott mir das Leben geschenkt hat und ich mein Leben zugrunde richte…bin ich dann mein eigener Gott? Sag ich dann zu Gott: „Du kannst mich mal ?“… oder sterbe ich danach den zweiten Tod? Ich brachte es nicht übers Herz als mir die Konsequenzen bewusst wurden. Gott sei Dank nahm mich dann meine Schwester und ihr Freund mit ins Kino. Wir sahen damals „Ein Schweinchen Namens Babe“ und ich verzog  dabei keine Miene.  Abends wurde jeder Mist in der Glotze angeschaut. Horrorfilme faszinierten mich am meisten. Eines Abends, als ich wieder einen solchen Streifen verfolgte, bekam ich (wirklich) Angst. Solche Ängste, die mich später nicht mehr los ließen.  Aber auch das Thema Endzeit/Ende der Welt beschäftigte mich sehr… Dieses Interesse veranlasste mich wenigstens ab und zu dazu in der Bibel über dieses Thema nachzuforschen. Als Christ lebt man in der Erwartung der Wiederkunft Christi und das bevorstehende göttliche Gericht der Lebenden und der Toten. Die Hammerstelle war für mich im zweiten Teil der Bibel, im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 24, der Endzeitrede Jesu. Dabei kamen mir öfters Fragen wie: „Was wäre denn, wenn ich bei Jesu Wiederkunft zurückbleiben müsste?“ Ist mein Leben in Ordnung? Ich hatte, wie schon erwähnt, große Probleme in meiner Berufsschulzeit. Die ganze Ausbildung kotzte mich total an. Ich hatte Probleme mit meinen Arbeitskollegen und natürlich die größten Schwierigkeiten mit mir selbst. Ich dachte ständig, ich sei zu langsam oder zu ungeschickt. Das machte mich fast verrückt. Ich verfluchte mich immer wieder bewusst und unbewusst. Aber auch Aussagen wie: „Ich dreh durch“ oder „Ich bring´ mich um“ waren tagtäglich aus meinem Munde zu hören.

Wir ernten was wir sähen… der totale Absturz…

Schließlich kam es eines Tages wirklich soweit, dass ich während meiner Arbeit nervlich total am Ende war. Meine Depressionen wurden sogar so schlimm, dass ich sogar Stimmen hörte, die mir negative Dinge wünschten. Ich dachte zunächst, das wären meine Arbeitskollegen. Stellenweise kam es mir so vor, als ob ich wirklich total provoziert und gehetzt wurde. So kam es, dass ich anfangs nicht mehr musste, wo mein Werkzeug war und ich gar nicht mehr richtig mitbekam, was um mich geschah. Ich war plötzlich arbeitsunfähig, konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren und stand total neben mir.

Der Wahnsinn beginnt…

Es war kurz vor Ostern 1996, als mein Zustand abends noch während des Fernsehens völlig kollabierte. Was dann im Einzelnen passierte, kann ich nur stellenweise wiedergeben. Alles was ich in den nächsten Tagen erlebte, war wirklich die „Hölle“. Anfangs wälzte ich mich auf dem Sofa und am Wohnzimmerboden und spuckte dabei meinen Frust aus. Mit anderen Worten – ich begann durchzudrehen…Ich hatte ein Vision vom Ende der Welt. Ich bekam solche Angst, dass ich am ganzen Körper zitterte. Meine Mutter konnte an meiner Stirn kalten Angstschweiß fühlen. Aber der Horror begann erst. Neben den zahlreichen Halluzinationen und Angstzuständen hatte ich eine Illusion, in der jemand meinen Vater nach einem heftigen Streit mit dem Beil erschlug. Ich hörte ihn nur noch schreiend zusammensacken. Dann stand ich unter Schock. Man musste mich in mein Bett tragen. Ich sah an der Treppe entlang und im ganzen Flur alles voll mit Blut verschmiert.  Es war wie beim „Zauberlehrling“: „…die Geister die ich rief wurde ich nicht mehr los…“ Im Bett angekommen ging es weiter. Erinnerungen aus den Horrorfilmen wurden lebendig. Ich sah, wie die wie kleine menschenfressende Monster mit großen leuchtenden Katzenaugen auf die Erde kamen, um diejenigen zu töten, die nach der Wiederkunft Jesu zurückgeblieben waren. Die Horrorvisionen wurden immer krasser und verrückter. Ich dachte, ich müsste meine Schwester, die damals ebenfalls im Haus war, vor diesen Monstern beschützen. Ich lag in meinem Bett, als ich plötzlich ganz stark die Gegenwart dieser Wesen, zu meinen Füßen, spürte. Im nächsten Moment vernahm ich ihr dämonisches Gekicher auf eine so unglaublich realistische Art und Weise, dass ich wirklich Todesängste bekam. Ich erschrak als ich diese glühenden roten Augen sah. Anschließend spürte ich eine Verwandlung und glaubte, mich in einen solchen „Dämon“ zu verwandeln. Im nächsten Moment kam es mir so vor, als ob ich größer und stärker werden würde und – so verrückt es auch klingen mag – ich mutierte in meiner schizophrenen Gedankenwelt zu einem dieser Monster. Der Freund meiner Schwester hatte sich bereit erklärt, nachdem er meinen Zustand miterlebt hatte, mit mir in meinem Zimmer zu übernachten. Er war sogar die ganze Zeit hindurch neben mir gelegen und hatte für mich gebetet. Später erfuhr ich von ihm, wie er in dieser Nacht ganz deutlich dämonische Mächte spüren konnte und dass er sogar einen todesähnlichen Verwesungsgeruch riechen konnte.

Der nächste Morgen begann wiederum mit schizophrenen Gedanken. Ich hatte eine Vision vom Paradies. Ich sah, wie ich als „wiedergeborener Adam“ mit meiner großen Liebe erwachen würde. Es war auf einmal alles so eitel und so schön. Dann umarmte ich „meine Eva“ leidenschaftlich. Das wirkte in meinem Unterbewusstsein alles so unglaublich echt. Während des Umarmens kam mir ein Liedtext von Saviour Machine in den Sinn. Da hieß es: „Hold me in your arms… Hold unto the dream… And the cry to wipe away the tears…“ Doch der Schein trügte. Ich knurrte wie ein Wolf und wollte schreiend aus dem Fenster springen. Doch jemand hielt mich zurück.

Ewig… getrennt..  von… GOTT ???… hard pain…

Anschließend fiel ich auf den Boden, wo ich weinend liegen blieb. Dort auf dem Teppichboden meines schönen Zimmers hatte ich mein bislang schlimmstes Erlebnis. Ich dachte, ich muss nun des ewigen Todes sterben. Ich sah mich verwesen und mein Skelett zu Staub zerfallen. Dabei spürte ich einen nicht mit Worten zu beschreibenden psychischen Schmerz – ein Gefühl der Trennung von Gott für immer und ewig. Meine Mutter erzählte mir später, dass ich in dieser Situation wie ein sterbender Hund bitterlich heulte. Ein kalter Angstschweiß lag auf meiner Stirn… In dieser Zeit hatte ich längere Zeit nicht mehr richtig geschlafen. Ich war vor Todesängsten wie gelähmt.  Während meiner Krankheit beteten meine Familie und meine Gemeinde ständig für mich. Gerade für meine Eltern und Geschwister war es eine besonders schwere Zeit, in der sie immer wieder zu Gott schrien. Meine Geschwister flehten Gott auf Knien und unter Tränen an und baten Ihn, mir noch einmal seine Gnade zu schenken und mich zu heilen.

In den unzähligen Visionen und schizophrenen Handlungen kamen immer wieder Gedanken an meine große Liebe vor. Teils himmlisch schön – teils traurig. Es war eine ständige Achterbahnfahrt der Gefühle. Alles was ich in den letzten Monaten und Jahren nicht verarbeiten konnte wie z. B. meine okkulte Musik, meine Minderwertigkeit, meine Depression, meine Aggressionen, meine Bitterkeit, meine Enttäuschungen und mein unglückliches verliebt sein, kam hoch und äußerte sich in schweren psychischen Störungen wie Wahnvorstellungen und Horrorvisionen bzw. Todesängsten.

Was sich jedoch im Einzelnen noch abspielte, kann ich nicht alles wiedergeben. Ich hatte mich einfach nicht selbst unter Kontrolle und konnte deshalb auch meine Handlungen nicht steuern. Aber tief in mir war der Schrei: „Gott wenn du sagst das du alle Macht im Himmel und auf Erden hast, dann will ich das erleben!“

Licht im Dunkel?

Eines Tages wurde ich von meinem damaligen Pastor besucht. Er bat mich, ein Gebet nachzusprechen und mich so von all den negativen Dingen und Flüchen loszusagen. Ich tat es, erwartete aber nicht viel davon. Ich war ja auch noch nicht ganz klar im Kopf. Kurze Zeit später ging es mir aber zum ersten Mal deutlich besser. Eine Weile darauf erhielt ich einen Anruf vom Pastor. Er fragte mich nach meinem Zustand. Daraufhin antwortete ich ihm, dass mein Leben ein einziges Trümmerfeld sei.  Dann passierte etwas, was mich sehr im Herzen berührte: Der Pastor begann auf einmal damit, mir ein altes Kirchenlied ins Telefon zu singen. Anschließend ermunterte er mich dazu, Lobpreis zu machen oder Lobpreismusik anzuhören und Gott zu loben und zu danken. Mit diesen Worten beendete er das Gespräch.   Dann geschah das Unglaubliche: Ich schaltete meine Anlage ein und legte eine rockige Gospel-cd „The rock cries out“ in den Player. Ich wusste zwar, dass meine Anlage einen tollen Sound hatte, aber was ich anschließend zu hören bekam, war für mich ein kleiner Vorgeschmack des Himmels. Mir kam es so vor, als ob ein paar Engel tatkräftig mit Harfe und Zimbeln zur Unterstützung mitspielen würden. Der Sound war dermaßen kristallklar, das war echt der Hammer! Wow!

Ich begann intuitiv Gott mit Händen und Füßen zu loben und zu preisen. Und obwohl ich die Texte noch gar nicht richtig wahrnehmen konnte, klatschte, tanzte und jubelte ich total ausgelassen vor Jesus und drückte ihm so meine Liebe aus. („I love the Lord“)

Der Heilige Geist und die Kraft Gottes überwältigten mich in einer atemberaubenden Kraft und Gegenwart. Eine übernatürliche Freude und ein tiefer tiefer Friede erfüllte mich. Ich purzelte in meinem Zimmer auf und ab und tanzte wie wild hin und her („When the spirit of the Lord…“). Es war ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Freude. Ich lag am Boden und ruhte in Gott, so überwältigt wurde ich. Ich dachte, ich wäre im Himmel – für immer bei Jesus. Es war, als ob ich „1.000 Schmetterlinge im Bauch“ hatte. Ich war „auf Wolke 7“. Es war alles so unbeschreiblich herrlich und hell, mein ganzer Verstand, mein Inneres wurde wie erleuchtet, hell durchstrahlt.

Als dann die CD fast zu Ende war, bin ich aufgestanden und war schon irgendwie leicht enttäuscht, weil ich doch noch nicht am Ziel (Ewig bei Jesus im Himmel) angekommen war. Trotzdem ging es mir nach diesem Erlebnis so richtig gut!!! Das war ein kleiner Vorgeschmack auf den Himmel, das wusste ich. Mir wurde noch etwas klar: Im Himmel gibt es keine Trauer! Ich wusste, dass ich eine Begegnung mit dem lebendigen Gott hatte und  ich befreit war.

Mir war klar, dass in Zukunft alles besser werden würde.

Während des Lobpreisens empfing ich ein Wort aus dem 4. Kapitel der Bibel aus dem Johannesevangelium. Da heißt es: „Es kommt aber die Zeit, in der die wahren Anbeter im Geist und in der Wahrheit anbeten werden.“

Es dauerte nicht lange und das Telefon klingelte. Es war wieder unser Pastor, der wissen wollte wie es mir geht. Diesmal konnte ich ihm als erstes bezeugen, wie Gott mich in kürzester Zeit des Lobpreisens und der Anbetung geheilt hatte.

Ich war echt happy. Praise God!!!

Epilog/Dez.2000

Nun sind 4 Jahre vergangen, nachdem ich diese einzigartige Heilung und Begegnung mit Gott erfahren durfte. Mein Leben zuvor glich einem Scherbenhaufen oder einem völlig zerstörten Haus, das erst wieder aufgebaut werden musste.

Meine Heilung bezeichnete ich als Neubeginn oder als Neugeburt. Ich durfte auf der einen Seite erfahren, wie gnädig und liebevoll Gott sein kann; andererseits aber auch den Schmerz erleben, von Ihm getrennt zu sein.

Gott stellte mich in den letzten 4 Jahren wieder komplett neu her.

Er gab mir neue Gedanken und schenkte mir wieder Hoffnung und Lebensperspektiven. Doch gerade diese Erneuerung des Sinnes und der Denkweisen ist für mich bis heute eine der größten Herausforderungen meines (Glaubens-)Lebens geblieben. Es ist ein Prozess, der nicht von heut´ auf morgen geschieht und deshalb sehr viel Geduld und Gemeinschaft mit Gott erfordert.

Heute bin ich 22 Jahre als und weiß erst annähernd, wie wichtig es ist, (sich) seine Gedanken tagtäglich zu erkennen. Gerade in einer Zeit, in der auf uns von allein Seiten ständig negative Meldungen und Worte einprasseln, ist es besonders wichtig, Gottes Gedanken zu denken. Zu wissen, was Er über uns denkt, wie Er uns sieht und dafür dankbar zu sein.

Heute weiß ich auch, dass ich nach dieser Heilung durch Lobpreis und Anbetung Gott in diesem Bereich dienen werden. Mein Gebet klang nach dieser krassen Begegnung folgendermaßen:

„Herr, Du bist mir teurer als Silber.
Herr, Du bist mir kostbarer als Gold.
Ich will singen dem Herrn mein leben lang.
Ich will loben meinen Gott so lang ich bin.“

Heute würde ich sagen, dass ich nach einer heißen Auf-/Umbauphase wieder in ein komplett neues „Lebenshaus“ eingezogen bin.

Nach dieser Begegnung wusste ich auf einmal dass Ich in den Augen Gottes unendlich wertvoll bin.

Dadurch erkannte ich einige gottgeschenkte Begabungen und Talente und wie Gott mir neue Ziele und eine Lebensvision geschenkt hat.

Gott stellte meine Beziehung zu meinen Eltern wieder her, er gab mir eine andere Einstellung zur Musik und er heilte mich von Minderwertigkeit, Depression und Todesängsten.

„Never going back again!“

Es ist mir heute ein großes Anliegen geworden ein positives Vorbild für die Jugend zu sein und all diejenigen zu warnen „die mit dem Feuer spielen.“ Mein Herz brennt dafür, zu sehen wie die Gefangenen frei werden und die Ketten gesprengt werden im Namen Jesus. Jesus selbst ist gekommen um all diejenigen zu heilen die gebrochenen Herzens sind.

Die Erfahrungen und Wunder die ich mit Gott erleben durfte hatten bei mir jeden Zweifel an die Existenz Gottes und einer lebendigen Gotteserfahrung ein für alle Mal beseitigt.

God´s alive – He´s real and He loves me –
It´s true – indeed!

Gott ist lebendig. Er ist real und Er liebt mich!
Es ist tatsächlich wahr!
AMEN!

Im Dez. 2000